IT-Sicherheit: So waghalsig sind Österreichs Firmen

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Letztes Update am 21.07.2017, 09:34

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass man über Angriffe auf die Systeme bekannter Institutionen liest. Dennoch sind die heimischen Unternehmen vergleichsweise schlecht aufgestellt.

 

Mehr Risiko, mehr Schutz - Nicht in Österreich

Immer mehr Aufgaben, Daten und Funktionen des täglichen Lebens werden ins Internet verlagert – so auch bei Unternehmen. Deshalb ist es nur natürlich, dass Firmen den Schutz vor Hackern als wichtigen Bestandteil der geschäftlichen Rahmenbedingungen sehen und die Ausgaben dafür aufstocken. Als besonders gefährdet gelten hier die Branchen Telekommunikation, Medien- und Kommunikation sowie Finanzdienstleistung. Doch gefährdete Branche oder nicht: Hierzulande ist dieses Bewusstsein nach wie vor deutlich weniger stark ausgeprägt, als in anderen Ländern. Das zeigt eine aktuelle Umfrage (2017) des Beratungsunternehmens PwC.

Internationaler Vergleich: Wir hinken hinterher

Der Erhebung zufolge steigern derzeit zwei Drittel aller Betriebe rund um den Globus ihre Ausgaben, um die firmeninternen Systeme gegen Angriffe von Hackern zu schützen. In Österreich agiert allerdings nur ein Drittel der Unternehmen auf diese Weise. Und: Während weltweit knapp 60 Prozent der Firmen Mitarbeitern Schulungen zum Thema zukommen lassen, besuchen hierzulande lediglich drei von zehn Angestellten derartige Fortbildungen.

Gefahren im Internet der Dinge

Auch mit dem Internet der Dinge tun sich für Kriminelle neue Spielräume und Einfallstore in Unternehmen auf. Während international jede zweite Firma darauf reagiert, hält das in Österreich nur jedes fünfte Unternehmen für notwendig. Auch in puncto Datenschutz herrscht unter der heimischen Unternehmerschaft Aufholbedarf, zeigt eine ähnliche Studie (2017) des Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Bewusstsein ist da, gehandelt wird anders

In zwei von drei Firmen wird Datenschutz der Erhebung zufolge zwar als „wichtiges“ oder sogar „sehr wichtiges“ Thema eingestuft. Doch in der Praxis erhält das Problem wenig Aufmerksamkeit: Nur jedes vierte österreichische Unternehmen gab an, Datenschutzrisiken auch angemessen im zentralen Risikomanagement zu berücksichtigen. Bei 77 Prozent der befragten Betriebe ist maximal eine Person für den Datenschutz zuständig.

Gefahren werden nicht ernst genommen

Vertrauliche und hochsensible Daten gelangen nach außen, Kunden verlieren das Vertrauen und die Reputation ist – gelinde gesagt – angeschlagen: Wer von Cyberkriminellen attackiert und „ausgeraubt“ wird, hat mit schwerwiegenden Konsequenzen zu kämpfen. Erst dann beginnen Unternehmen, sich mit dem Schutz ihrer IT zu befassen. Doch zu spät. Nur wer früh handelt, ist wirklich geschützt.

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