Wann sich Allradantrieb lohnt

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Letztes Update am 11.01.2016, 14:39
Allrad ist zwar teurer, jedoch bringen vier drehende Räder mehr Freude als zwei.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen kann Autofahren fordernd und auch gefährlicher als sonst sein. Schnee und Eis können für Zweiradantriebe zu schier unüberwindbaren Hindernissen werden. Bei widrigen Bedingungen kommt man mit Allradantrieb besser über die Runden. Sie sind allerdings teurer. Allrad zahlt sich trotzdem aus.

Traktion aller vier Räder

Alles ist für den Urlaub eingepackt und schon kann es in die Semesterferien gehen. Zum Skifahren ist Pulverschnee genau richtig, auf der Straße nicht. Bei winterlichen Verhältnissen kann die Traktion von Autorädern zum Problem werden. Der Reibwert liege bei trockener Fahrbahn in etwa bei 0,8 Mü (μ), erklärt Hans-Ulrich Sander vom deutschen TÜV. Bei Eis sinke dieser Wert auf etwa 0,2 μ. Für Autofahrer bedeutet dies, dass die Reifen ihrer Fahrzeuge kaum noch Kraft auf die Straßen übertragen. Dies passiere besonders häufig bei Autos mit Heckantrieb. Denn hier lastet wenig Gewicht auf der Achse. Auf glatter Fahrbahn drehen Räder dann leicht durch. Deshalb haben Autobesitzer früher im Winter Sandsäcke in ihren Kofferraum gelegt, erzählt Hubert Paulus vom deutschen ADAC. Dies ist heutzutage nicht mehr notwendig. Paulus sieht allradbetriebene Fahrzeuge bei widrigen Bedingungen im Vorteil: Vier Räder bringen mehr Kraft auf die Straße als zwei. Auch eine Bergstraße könne man im Winter mit einem allradgetriebenen Auto sicherer befahren, erklärt der Experte. Und bei Kurvenfahrten weise ein 4x4-Auto ebenfalls besseres Fahrverhalten auf, fügt er hinzu.

Vorteile trotz Mehrkosten

Allradautos punkten bei winterlichen Fahrverhältnissen in Sachen Stabilität und Komfort. Um alle vier Räder optimal einsetzen zu können, wird allerdings mehr Technik als bei konventionelle Zweirad-Antrieben benötigt. Sie brauchen weitere Antriebswellen, Getriebe und eine zusätzliche Kupplung, erläutert Paulus. Allradautos sind deshalb schwerer und verbrauchen mehr Treibstoff. Einen halben bis einen Liter mehr auf 100 Kilometer können Allradfahrzeuge durchaus mehr verbrauchen, schätzt der Experte. In der Anschaffung sind sie ebenfalls teurer. Trotz dieser Nachteile empfiehlt Paulus in bestimmten Situationen den Antrieb aller vier Räder. Ist man viel in den Bergen unterwegs, fährt es sich mit einem solchen Fahrzeug stabiler und sicherer. Allradfahrzeuge sind ebenso besser geeignet, um Lasten wie Wohnwägen, Boots- oder Pferdeanhänger zu ziehen.
Für Allradautos müssen Konsumenten tiefer in ihre Taschen greifen. In bestimmten Situationen zahlt sich die Kraft der vier Räder trotzdem aus.
(cg)

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