Allrad hat Geschichte

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Letztes Update am 11.01.2016, 14:08
Zuerst kriegsnotwendig, dann alltagstauglich: Wie sich Allradsysteme entwickelten.

Allradsysteme gelten als leistungsstarke und sichere Auto-Antriebe, um auch bei widrigen Wetterbedingungen und auf rutschigen Untergründen von A nach B zu gelangen. Vierradantrieb selbst ist keineswegs neu: Schon vor mehr als 100 Jahren begannen sich Konstrukteure mit dieser Technik auseinanderzusetzen.

Leistungsstärke im Fokus

Vierradbetriebene Dampfvehikel und Ferdinand Forsches bekannter „Lohner-Porsche“ mit vier elektrischen Radnabenmotoren stehen sozusagen am Anfang der Entwicklung der Allradantriebe. Als die ersten Verbrennungsmotoren auf dem Gebiet der Vierradantriebe gelten die Modelle der holländischen Firma Spijker, die im Jahr 1903 erstmals produziert wurden. Anfangs wurde der Allradantrieb zunächst nur in gewissen Anwendungsbereichen eingesetzt: Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg und später im Motorsport aktive Personen zogen einen Nutzen aus den vielseitig einsetzbaren und vor allem leistungsstarken Gefährten. Nach dem Krieg waren Fahrzeuge mit Allradantrieben vorerst für grobe Arbeiten, wie etwa in der Landwirtschaft, im Einsatz.

Vom Groben zum Luxus

Der erste PKW mit vollwertigem, permanentem Allradsystem wurde schließlich 1966 von der britischen Firma Jensen auf den Markt gebracht. Die Produktionszahlen des Modelles Grand Turismo blieben aber - wohl auch aufgrund seines hohen Preises - eher gering. Schneller verbreiteten sich hingegen ähnliche Fahrzeuge aus den USA und aus England. Mit dem amerikanischen Jeep Wagoneer und dem britischen Range Rover wurde das Segment der Luxusgeländewagen etabliert. Sie haben heute als „Sports Utility Vehicle“ einen Fixplatz in den europäischen und heimischen Zulassungsstatistiken. In Österreich entfielen im Jahr 2014 22 Prozent der neu zugelassenen Autos auf den SUV-Sektor, ergab eine Studie im Auftrag von Porsche Austria. Im Jahr 2011 lag deren Anteil noch bei elf Prozent. Die Zahl jener Fahrzeughersteller, die ihre Kfz-Modelle mit Vierradantrieb ausstatten, nimmt seit den 1960er Jahren stetig zu. Heute stehen Allradantriebsysteme jedoch nicht mehr nur für Leistungsstärke, sondern auch für hohe Fahrdynamik, Verkehrssicherheit und angenehmes Fahrgefühl.
Der Hype um Allrad-Fahrzeuge erfuhr in den 1980er Jahren einen ersten Höhepunkt. Auch heute werden allradgetriebene Fahrzeuge von vielen Lenkern geschätzt. Die Angebotsvielfalt im SUV-Sektor und die ständig erweiterten Leistungen dieser PKWs machen Allradsysteme für österreichische Autofahrer nicht nur im Winter attraktiv.
(cg)

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